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1. Vors. Manfred Gönsch
61352 Bad Homburg v.d.H.
Lange Meile 35
Tel. 06171 - 78861
Fax 9879094
e-mail: Manfred@goensch.de
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Verband der Hühner-, Groß- und Wassergeflügelzüchter-vereine zur Erhaltung der Arten- und Rassenvielfalt e. V. (VHGW):
vhgw.de

Bundesverband Deutscher Rassegeflügelzüchter:
http://www.bdrg.de
<h1>Bericht des Vorsitzenden</h1>

Liebe Zuchtfreunde,

so manchmal wird man an die Gültigkeit alter Spruchweisheiten erinnert, meistens an solche, mit denen man sich gerade nicht so recht gerne anfreunden möchte wie: „erstens kommt es anders als man denkt“ oder „der Mensch denkt, Gott lenkt“. Daran muss ich im Hinblick auf die letzten Wochen denken, die etwas anders verliefen als ich es mir nach meinem Eintritt in den beruflichen Ruhestand dachte… Aber es ist, allen diversen Ehrenämtern zum Trotz, doch etwas entspannter, wenn ich nicht mehr täglich morgens nach Frankfurt fahren muss und abends spät nach Hause komme.

Dies tat offenbar – neben anderen Faktoren, siehe unten - auch meiner Zucht gut. Eine Schlupfrate von über 80 % der eingelegten Eier bei einer Befruchtung um die 90 % hatte ich schon lange nicht mehr. Allerdings: es sind wieder mal etwa 70 % Hähne! Aber lassen wir sie sich erst einmal entwickeln.

In diesem Zusammenhang möchte ich den obligaten Hinweis nicht vergessen, dass außer der Pflichtimpfung gegen ND auch Impfungen gegen Marek und Kokzidiose sich als sehr hilfreich erwiesen haben.

Liebe Zuchtfreunde, in diesem Rundschreiben finden Sie die gewohnten Berichte von der vergangenen Ausstellungssaison, mit der wir ganz zufrieden sein konnten. Auch ich konnte wieder einige Tiere nach Jahren der Abstinenz zeigen, was mich sehr gefreut hat. Anlässlich der Bundessiegerschau mit angeschlossener VHGW – Schau in Dortmund wurde – nein, nicht wie fast schon gewohnt Zuchtfreund Kümpel – , sondern Georg Aselmann Deutscher Meister 2015. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Auf der Italienerschau stellten wir den zweitstärksten Farbenschlag, nur schade, dass sich nicht alle Sondervereine mit einer Hauptsonderschau daran beteiligten. Es scheint sich heraus zu kristallisieren, dass besonders die Sondervereine aktiv sich beteiligen, die auch sonst die Nähe zu einander suchen, während vor allem die Sondervereine der Seltenen und der Goldfarbigen stark auf Eigenständigkeit auch hier zu pochen scheinen. Nun gut.

Schade, dass so wenig Tiere ausgestellt wurden, denn die Schau lag zeitlich und örtlich sehr günstig ( allerdings für meine Tiere 10 Tage zu früh! ). Ich bin mal gespannt, wie es 2016 aussehen wird. Es sollte auch nicht vorkommen, dass dort Tiere mit „unnatürlichen Merkmalen“ ausgestellt werden ( gottlob nicht bei unseren Silberfarbigen! ). Wenn bestimmte laut MB nicht erlaubte Merkmale fast immer vorkommen, muss man über Standartänderungen nachdenken und nicht zu Farbe greifen.

Die Nationale war neben der Italienerschau die einzige Großschau, die ich 2015 besuchen konnte. Mir gefielen die dort gezeigten Tiere gut, auch wenn man sich über Details der Bewertungen immer streiten kann. Herausragend die Tiere von Georg Aselmann, die noch voll im Saft standen. Alles Weitere zu den gezeigten Tieren überlasse ich gerne Berufeneren wie unserem Zuchtwart oder den Sonderrichtern. Bilder einiger Spitzentiere haben wir wieder dem Rundschreiben beigefügt.

Vor einigen Jahren wies ich auf Folgendes hin:

„Ich denke, wir müssen noch mehr auf Vitalität achten als bisher und vielleicht dazu auch in Kauf nehmen, dass die Kopfpunkte wieder größer werden. Offenbar sahen unsere Altvorderen hier zu recht einen Zusammenhang. Denn seit Jahren höre ich von schlechten Befruchtungsquoten und zwar mit noch sinkender Tendenz. Bis vor wenigen Jahren war es bei mir eine Selbstverständlichkeit, dass die Befruchtung bei einem jungen Zuchtstamm zu etwa 1,8 mindestens 80 % betrug. Aus 60 Bruteiern mindestens 45 Küken waren die Regel. Und heute? Beträgt die Befruchtung manchmal unter 30 %! Und das alles, bei der heute qualitativ hochwertigen Futter-, Vitamin- und Mineralienversorgung der Tiere mit allem, was sie brauchen. Da stimmt etwas nicht! Wohl gemerkt: klar dass die Befruchtung bei Alttieren, großer Hennenzahl und schlechtem, kaltem Wetter in den Keller geht. Ich beziehe mich aber auf kleine, junge Zuchtstämme und „normale“ Witterung. Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf. Was nützt unserer Rasse ein qualitativ außerordentlicher Hochstand, wenn die Reproduktionsquote nicht stimmt!“

Ich habe bei mir etwas gegenzusteuern versucht und der Erfolg – siehe oben – gibt mir recht. Wenn ich höre, dass Käufer von Bruteiern über eine Befruchtungsquote von weit unter 30 bis 40 % klagen, wird es dringend Zeit, für Abhilfe zu sorgen. Apropos Nachfrage: bei mir haben sich in diesem Jahr so viele ernsthafte Interessenten gemeldet wie lange nicht mehr. Ich habe diese dann an jeweils in ihrer Nähe wohnenden Züchter verwiesen.

Aber vielleicht verallgemeinere ich auch nur und bin gespannt, was die Gespräche dazu auf unserer Sommertagung im Thüringer Wald / Hainich , die wir wieder gemeinsam mit den Freunden vom Sonderverein der Züchter schwarzer Italiener durchführen, ergeben, auf die ich mich schon sehr freue. Die Züchterfamilien Schmidt und Stange bereits glänzende Vorarbeit geleistet und ein tolles Rahmenprogramm zusammen gestellt, danken wir es ihnen mit einem guten Besuch. Wir sind wieder in Behringen zu Gast, wo wir schon mehrfach waren. Bitte melden Sie sich umgehend bei Zuchtfreund Stange an. Hoffentlich bleiben wir alle diesmal von ernsthaften gesundheitlichen Problemen verschont!

Ich bedanke mich ganz herzlich bei unseren Züchtern, die bei der Fahne bleiben, unseren Preisrichtern und bei meinen Vorstandskollegen, vor allem dem 2. Vorsitzenden Dirk Peters und unserem Kassierer oder besser: Geschäftsführer Manfred Höbelmann für die äußerst kollegiale und freundschaftliche Zusammenarbeit.

Auf ein gesundes und fröhliches Wiedersehen im Juni im Thüringer Wald / Hainich!

Mit freundlichem Züchtergruß

Ihr /Euer
Manfred Gönsch, 1. Vorsitzender